Herzlich Willkommen

im Namen des Freundeskreises Weinheim-Ramat Gan. Gegründet 1990 ist der eingetragene Verein ein Zusammenschluss Weinheimer Bürgerinnen und Bürger, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, freundschaftliche Beziehungen mit den Bürgerinnen und Bürgern in der israelischen Stadt Ramat Gan zu pflegen und zu fördern. Kernstück der Arbeit ist die Förderung des Jugend-Austausches der beiden Partnerstädte, den es seit 1986 gibt. Seit vielen Jahren unterstützt der Verein - mithilfe von Spenden aus der Weinheimer Bevölkerung - Jugendliche finanziell, die ihre Austausch-Partner erneut besuchen wollen. Auf dieser Website wird unsere Arbeit dokumentiert. Sie finden Hinweise zu Veranstaltungen, Informationen über die Partnerschaft, zu Ramat Gan und dem Schüler-Austausch. Viel Freude damit!


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Aus aktuellem Anlass - gesprochen vor ca. 200 Weinheimern am 13.10.2019 aus Anlass der Mahnwache zum Anschlag in Halle

Liebe Weinheimer, liebe Freunde und Gäste, nicht zum ersten Mal mahnen und gedenken wir hier nach furchtbaren Taten des Terrors, verübt besonders an Juden. Wie oft haben wir uns schon geschworen: Nie wieder Verfolgung von Juden in Deutschland, nie wieder Ausländerhass. Nie wieder Duldung von hasserfüllten Worten, die zu mörderischen Taten werden. Nie wieder Gleichgültigkeit und Wegsehen, erst recht nie wieder Sympathisantentum für die tödliche Ideologie des rassistischen Judenhasses.

Seit mehr mehr als vier Jahrzehnten versichere ich selbst meinen jüdischen Freunden überall in Europa, in Israel, in den USA: mit unserer Erinnerungsarbeit, mit unserer Erziehungsarbeit stehen wir unverbrüchlich für das „Nie wieder.“ Die Bundesrepublik Deutschland konnte ihre freiheitliche Ordnung nur entwickeln und bewahren, weil sie unter Beobachtung der Siegermächte ihren Juden erlaubte, unter uns ihr jüdisches Leben aufzubauen. Gilt diese Säule unserer gesellschaftlichen und politischen Ordnung jetzt nicht mehr? Juden können bespuckt, gejagt, von Rechten und Islamisten mit Messern und anderen Waffen angegriffen werden. Nie wieder: Judenverfolgung? Ist doch längst da. Judenverachtung - längst wieder da: Juden dürfen wieder widerstandslos in z.T. seriösen Medien lächerlich gemacht werden, ja sogar in Großveranstaltungen im Stil der Nazizeit unter dem Jubel der Massen lächerlich gemacht werden. Und keine und keiner schreit auf… Stört es uns, wenn Juden in Mannheim seit langem schon nur unter Polizeibewachung beten können?

In keinem anderen Genre tritt der Judenhass so häufig und deutlich zutage wie im Rap, die Rapszene hat einen großen Einfluss auf unsere nächste Generation, wird dagegen jemand in der Mehrheitsgesellschaft aktiv?

Rührt es irgendjemanden, wenn eine antisemitische Terrororganisation (Hisbollah) offen in Deutschland operiert? Die meisten europäischen Staaten haben sie verboten, unsere Bundesregierung traut sich dazu nicht.

Ein junger Jude berichtet gerade aus Berlin: „An diesem Dienstag nun wollten wir mit unserem sechsmonatigen Baby zum ersten Mal an Jom Kippur in die Synagoge. Und es ist nur schwer zu beschreiben, wie sich der geplante Besuch am Versöhnungstag lange Zeit anfühlte. Gefahr für Leib und Leben begleitete uns und die anderen Berliner ganze vier Tage lang. Der Grund könnte besorgniserregender nicht sein: Vergangenen Freitag suchte ein 23-jähriger Syrer die Synagoge Oranienburger Straße in Berlin auf, zückte ein Kampfmesser, rief »Allahu Akbar«, »Fuck Israel!« und bedrohte das Sicherheitspersonal. Der Angreifer konnte von den Polizisten zum Glück gestoppt werden. Nachts war der Täter in Haft, doch schon morgens kam er wieder auf freien Fuß. Dann lief der Terrorist vier Tage frei herum. Jom Kippur in Angst…!“

Juden können darum das „Nie wieder“ nicht mehr hören. Wohlfeil liegt es uns besonders an den Gedenktagen, wie dem 9.Nov. auf den Lippen. Der junge Mann verbittet sich in Zukunft diese längst widerlegte Phrase, zumindest so lange, bis er wieder mit seinem Kind ohne Angst leben und beten kann. Wer unter uns kann ihm diese Aufforderung verübeln? Juden wollen kein Mitgefühl mehr, sie wollen unter uns angstfrei leben. Denn unser Mitgefühl schützt sie nicht, wenn sie heute Abend wieder in Mannheim unter dem Schutz von Maschinengewehren zu ihrem Laubhüttenfest gehen. Ja, der Täter von Halle ist durch und durch Antisemit; er will oder er wollte wie viele Gesinnungsgenossen Juden vernichten, so viele wie möglich. Darum geht es auch den vielen Gruppen in Deutschland, die israelfeindliche Aktivitäten propagieren. Wir dürfen nicht allein den Antisemitismus der Rechtsextremen bekämpfen, das ist wichtig gewiss, aber unzureichend. Judenfeindliche Parolen werden bis in die Mitte der Gesellschaft hinein (und eben nicht nur im Rechtsextremismus) mindestens geduldet und immer wieder der Meinungsfreiheit zugerechnet. Nein, wir müssen sie gemeinsam als verbrecherische Haltung ächten, gleich, ob sie rechts, in der Mitte der Gesellschaft, ob sie islamistisch oder links geäußert werden. Aber, liebe Weinheimer, seien Sie bitte nicht der irrigen Meinung, dass es hier allein um Juden geht: Halle, der Täter von Halle hat uns unmissverständlich gezeigt, wer Juden umbringen will, tut dies auch mit andern, die ihn im Wege stehen. Der Täter hat ausdrücklich sich an dem Massaker gegen Muslime in Christchurch/Neuseeland orientiert. Er brachte die um, die sich ihm in den Weg stellten oder die er zufällig traf. Wir gedenken heute darum auch der 40-jährigen Jana und des 20-jährigen Kevin, die rein zufällig von dem menschenhassenden Terroristen ermordet wurden. Und wir denken an die beiden schwerverletzen Opfer. Liebe Weinheimer, es geht längst nicht mehr um Juden allein, es geht um die Würde des Menschen, es geht jetzt um uns alle. Jüdisches Leben ist dann sicher, wenn alle Demokraten begreifen, dass unser Gemeinwesen, dass wir alle bedroht sind. Dann werden aus Mitfühlenden Mitstreiter im Kampf gegen Menschenverachtung.

Weinheim, 13.10.2019, anlässlich der Mahnwache zu den Geschehnissen in Halle


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Impressionen von der Begegnungsreise 2017


Bericht aus der Weinheimer Nachrichten vom 11. November 2017

Bericht aus der Weinheimer Nachrichten vom 15. November 2017

Bericht aus der Weinheimer Nachrichten vom 18. November 2017


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Interesse am Jugend-Austausch?

Seit 1986 gibt es den Jugend-Austausch der beiden Partnerstädte Ramat Gan und Weinheim. Jährlich nehmen rund 20 SchülerInnen aus Weinheim an dem vom "Freundeskreis Weinheim-Ramat Gan e.V." geförderten Programm teil und tauchen dabei nicht nur in die Geschichte ein, sondern lernen auch Freunde fürs Leben kennen.

Eine Reporterin der Weinheimer Jugendmedien wollte von zwei Teilnehmerinnen des Austausches 2016 wissen, was sie alles in den 4 Wochen ihres Austausches erlebt haben und warum sich junge Leute für das Austauschprogramm interessieren sollten.

Falls auch ihr Interesse an dem Israel-Austausch habt, dann schreibt eine Email an ramatgan@gmx.de oder informiert euch hier auf unserer Website.


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