Neues aus Ramat Gan

Haben Sie gewusst, vom 11.05.2015

… dass die Koalitionsverhandlungen zur Bildung der neuen Regierung unter Ministerpräsident Netanjahu wochenlang im Hotel Kfar Makkabiah in Ramat Gan stattgefunden haben?

… dass die erste U-Bahn Israels von Tel Aviv kommend bereits in Ramat Gan auf den Weg gebracht wurde?

… dass Ramat Gan aktiv ist gegen den zunehmenden Autoverkehr in der Stadt? Die Partnerstadt führt jetzt das Tel-O-Fun-System ein. An vielen Stellen, verteilt über die Stadt, kann man gegen eine Gebühr die grünen Fahrräder ausleihen und sie an anderer Stelle wieder abstellen.

… dass die in Ramat Gan beheimatete Bar Ilan Universität Ergebnisse aus einer großangelegten Untersuchung mit Überlebenden des Holocaust vorgelegt hat. Nach ihr tendieren erwachsene Kinder von Holocaust-Überlebenden in Israel bis in die dritte Generation hinein dazu, als existentiell empfundene Gefahren, wie etwa eine iranische Atombombe, ernster zu nehmen als die Nachkommen von Juden, die den Holocaust nicht miterlebt haben. Die Nachkommen der Überlebenden sehen die Welt als einen gefährlichen Ort, und spüren Gefahren, die symbolisch mit der Scho‘a, dem Völkermord der Nazis an den Juden, verknüpft werden können. Das sind Folgen, von den wir uns Deutsche nicht einfach abwenden können.


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Ein neues Kapitel beginnt Weinheimer Nachrichten 25.10.2013

Am 22. Oktober fanden in Israel landesweit Kommunalwahlen statt. Fast alle Bürgermeister mussten nach fünf Jahren neu oder wiedergewählt werden. Auch in der Partnerstadt standen gleich sieben Kandidaten zur Wahl, da der bisherige Amtsinhaber Zvi Bar nicht mehr antrat. Israel Zinger konnte am Ende mit 52 Prozent der abgegebenen Stimmen über seinen stärksten Herausforderer, Schama HaCohen (fast 38 Prozent), triumphieren. Israel Zinger ist 65 Jahre alt und seit vielen Jahren auch politisch in Ramat Gan engagiert. Lange Zeit war er Schulleiter des größten Gymnasiums, der Blich-Schule, und konnte so für seine Wahlkampagne seit Monaten in beeindruckendem Umfang ehemalige Schüler seiner Schule motivieren. Israel Zinger ist gelernter Kernphysiker. Da in seinem Freundes- und Unterstützerkreis nicht wenige sind, die Weinheim verbunden sind, dürfte unter seinem Mandat die Partnerschaft mit neuem Schwung fortgeführt werden. Der Vorsitzende des Freundeskreises Weinheim-Ramat Gan hat ihn darum auch gleich zu einem Besuch eingeladen, den er als Schulleiter schon einmal zugesagt hatte. Zvi Bar, das nun abgelöste Stadtoberhaupt, lenkte mit unglaublich intensiven Einsatz bis zuletzt die Entwicklung der Stadt; oft stöhnten die Mitarbeiter unter seinem Engagement, lag ihm doch tagsüber und nicht selten in der Nacht das Wohl seiner Bürger, besonders auch der Benachteiligten, am Herzen. Das machte ihn bis zuletzt beliebt. Am 8. Oktober feierten viele der 150.000 Bürger der Stadt zum Abschied ihren Bürgermeister. Er hat „seine“ Stadt durch Bildungsinitiativen in allen Schularten, Hochschulen und im universitären Bereich zu einer begehrten Wohnstadt gemacht hat und drückte der Stadt mit einer imponierenden Skyline gegenüber von Tel Aviv einen unverlierbaren Stempel auf. In einem persönlichen Abschiedsbrief an die Freunde in Weinheim schrieb er u.a.: „Ich bin stolz auf die einzigartige und weitreichende Beziehung, die über viele Jahre zwischen Weinheim und Ramat Gan aufgebaut worden ist. Die städtepartnerschaftlichen Beziehungen zwischen unseren Städten haben dazu beigetragen, dass kulturelle Offenheit und tiefes Verstehen zwischen den beiden Gemeinwesen sich entwickeln konnten. Ich hege keinen Zweifel daran, dass die Freundschaft und das Wohlwollen, das zwischen beiden Städten entstanden ist, auch in der kommenden Zeit weiter Früchte tragen wird, getragen von gegenseitigen Besuchen und einer engen Kooperation.“ In wenigen Tagen werden 18 Weinheimer Schüler mit ihren Lehrern Gelegenheit haben, in Ramat Gan sich davon zu überzeugen, dass sie gerade als Weinheimer sehr willkommen sind. Zwei Wochen lang werden sie mit den Gastfamilien und ihren israelischen Freunden feststellen können, dass Kontinuität in den Beziehungen auf israelischer Seite weiter großgeschrieben wird.


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Zvi Bar says: "It has been a pleasure!" Lukas G. October 2013

The mayor of Ramat Gan Zvi Bar, who retire from this position in the upcoming elections, sent a last letter as the mayor to Albrecht Lohrbächer. In his letter "Bar" points out the unique relationship between Weinheim and Ramat Gan. For further information click on "Read more".


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Municipal elections in Ramat Gan Tal F. October 2013

Municipal elections in Israel are elections in which the residents of the cities and local councils in Israel vote for the chairman of the local authority (mayor or municipality chairman), as well as the city councils or the local councils. The elections are taking place every 5 years. In the upcoming elections on October 22 the current Mayor of Ramat-Gan for the last 25 years, Zvi Bar, will not run for the job this time. Bar is accused of accepting bribes for the sum of NIS 1.9 (€380,000) to back real-estate projects in the city, fraud, breach of trust, money laundering and obstruction of justice. The scandal was on a high profile on the political agenda. Supreme Court President Asher Grunis summarized it briefly: "We think that publicly, it is unacceptable at this stage that Bar continues to hold office." After more than 2 decades Ramat Gan is facing an open race for mayor after five-term Mayor Zvi bar. The two leading candidates are Karmel Shama and Israel Zinger. Karmel Shama-Hacohen, born in Ramat-Gan, is an Israeli lawyer and politician who served as a member of the Knesset for Likud from 2009 to 2013. Prior to the 2013 elections Shama was placed 32nd on the joint Likud Yisrael Beiteinu list, losing his seat as the alliance won only 31 seats. Shama has decided to run the first time for mayor. Israel Zinger is the “eternal” nemesis of Zvi bar, competing with him in the last 2 campaigns. Zinger served as “Blich” high school head master for over 10 years. He is city consul member since 2003 and head of opposition. The most prominent and large-scaled phenomena in this campaign is the blessed involvement of the young population of Ramat-Gan. After being neglected for the past several years, the youngsters demand a profound change in the city: Opening more hangout spots in the weekend, building up bicycle paths all across the city, reducing the rocketing real estate-market and Etc.

References: haaretz.co.il/ynet.co.il


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Große Veränderungen - Neues aus der Partnerstadt Ramat Gan

Die dieser Tage eingegangene Meldung deutet eine gravierende Veränderung in Ramat Gan an: Oberbürgermeister Zvi Bar wird nach 24 Jahren bei den Kommunalwahlen am 22. Oktober nicht mehr kandidieren. Mit Ihm werden alle die gehen, die auch in den Kontakten mit der Partnerstadt Weinheim aktiv waren, z.B. Rafi Philippson, die rechte Hand des Oberbürgermeisters. Mit Zvi Bar, der es entgegen seinen immer wieder zum Ausdruck gebrachten Wünschen nie geschafft hat, Weinheim zu besuchen, geht ein sehr erfolgreicher Bürgermeister. Er hat es geschafft, seine Stadt zu einer der bedeutendsten Wirtschaftsmetropolen Israels zu entwickeln. Auch als im zweiten Golfkrieg die Stadt des aus dem Irak stammenden Bürgermeisters unter Raketenbeschuss des Irak lag, seinen Bewohnern beizustehen und ihnen alle Unterstützung zu teil werden zu lassen, die ausgebombte Menschen brauchen. Das haben ihm seine Mitbürger nie vergessen und so ist er immer mit einem hohen Stimmanteil wiedergewählt worden. Dazu kam und kommt, dass ihm die Entwicklung der Erziehungseinrichtungen, Vorschule, Schulen so sehr am Herzen lag, dass er dafür immer – auch finanziell – ein offenes Ohr hatte. Das trug ihm ebenfalls viel Sympathie ein!

Noch im (Ehren-) Amt bleibt der mit den Weinheimer Freunden seit 1990 so eng verbundene Moshe Meron. Er steht weiter – ehrenamtlich - der Ramat Gan-Stiftung vor; sie leistet einen wichtigen Beitrag zur Stadtentwicklung. In Würdigung seiner vielen Verdienste erhielt Moshe Meron vor wenigen Tagen auf einstimmigen Beschluss des Stadtrats unserer Partnerstadt eine besondere Ehrung: Das in der Mitte der Stadt gelegene Bürgerhaus erhielt in einer großen Feier seinen Namen. Dieses öffentliche vierstöckige Haus diente einmal als Parteizentrale der liberalen Partei; die Ministerpräsidenten David Ben Gurion und Menachem Begin konferierten einst dort u.a. mit Moshe Meron. Heute sind dort viele öffentliche Räume untergebracht, Abteilungen der Verwaltung, Clubräume, vor allem für Senioren, und Vortragsräume. Inmitten der Partnerstadt erinnert jetzt ein wichtiges Gebäude an die Verdienste des ehemaligen Vizepräsidenten des Parlaments, der Knesset, und des ehemaligen Vizebürgermeisters.

Sommerzeit ist auch für die jungen Leute aus Weinheim und Ramat Gan Begegnungszeit. Gerade halten sich in Weinheimer Familien 18 Israelis im Rahmen des 26. Jugendaustauschs zwischen Weinheim und Ramat Gan auf. Dazu kommen in diesen Wochen sieben ehemalige Austauschschüler zu ihren ehemaligen Partnern in die Stadt, und einige Weinheimer reisen nach Israel. Der Freundeskreis Weinheim-Ramat Gan fördert diese Besuche durch einen finanziellen Zuschuss zu den Reisekosten. Seit Jahren besteht so zwischen den „Ehemaligen“ eine rege Begegnung, die Berichte darüber sind ausnahmslos enthusiastisch. Von der oft auch in Weinheim zu hörenden Frage, ob man denn wirklich nach Israel reisen könne, ist nichts mehr zu lesen bzw. zu hören. Dafür finden sich unisono solche Äußerungen von jungen Weinheimern in der Partnerstadt: „War es nicht paradox, dass die Nachkommen derer, die einst verfolgt wurden, nun den Nachkommen der Verfolger halfen? Ich glaube in diesem Moment war uns allen bewusst, wie wunderbar die Entwicklung einer deutsch-jüdischen Freundschaft ist und auch welche Größe sie auf jüdischer Seite verlangt. Diese kleine Alltagssituation machte uns plötzlich deutlich, wie wichtig unsere Reise für uns war.“ Oder: „Ich bin fasziniert von den Menschen, die uns so herzlich, willkommen und offen begegnet sind.“

Mehr zu Ramat Gan und zum Freundeskreis erfahren Leser auch beim nächsten Stammtisch, der im Restaurant „Beim Alex“, Breslauer Straße, Weinheim, am 12. September, ab 20 Uhr stattfindet. Dort werden Austauschschüler über ihre Erfahrungen in Ramat Gan und Israel berichten.